Das Einmaleins der WG-Gründung

Tipps für den einfachen Start ins Zusammenleben

  • Bei Wohngemeinschaften kann ein Bewohner als Hauptmieter, der untervermietet, oder alle Bewohner der WG im Mietvertrag angegeben werden.
  • Die schriftliche Aufteilung der Nebenkosten und eine gemeinsame Haushaltskassa vermeiden mögliche Konflikte.
  • Eine Bürgschaftserklärung der Eltern hilft, beim Vermieter einen überzeugenden Eindruck zu hinterlassen.

Jedes Jahr begeben sich viele Studenten und junge Erwachsene auf die Suche nach einer geeigneten Wohnung. Die Gründe dafür sind ganz unterschiedlich, sei es der Start ins neue Studienjahr oder der Wunsch nach Selbstständigkeit. Viele Menschen wollen jedoch nicht alleine wohnen, weshalb sich Wohngemeinschaften als gute Alternative zur eigenen Wohnung anbieten. Bei der Gründung einer WG sollte aber auch einiges beachtet werden.

Was ist eine WG?


WG ist die Abkürzung für Wohngemeinschaft und bezeichnet das Zusammenleben von mehreren Menschen in einer Wohnung oder einem Haus. Die zusammenlebenden Personen sind für gewöhnlich nicht miteinander verwandt, sie teilen sich die Miete und jeder bewohnt ein Zimmer der Wohnung. Andere Räume wie etwa die Küche oder das Wohnzimmer stehen für die gemeinsame Nutzung zur Verfügung. Etliche Studenten bevorzugen diese Art des Wohnens, da die geteilte Miete deutlich niedriger und somit leichter zu finanzieren ist.

Wer steht im Mietvertrag?


Ist eine potenzielle Wohnung gefunden, muss der Vermieter der Nutzung der Wohnung als Wohngemeinschaft zustimmen. Erst dann kann der Vertrag abgeschlossen werden. Der Vermieter entscheidet auch über die Art des Vertrags. Hierbei gibt es nämlich zwei Möglichkeiten.

Die erste Variante ist ein Mietvertrag, bei dem alle Mitbewohner Hauptmieter sind und den Vertrag gemeinsam unterzeichnen. Dadurch sind alle Bewohner gleichberechtigt. Wie die Miete aufgeteilt wird, bleibt dabei die Entscheidung der WG-Bewohner. Sollte die Miete allerdings einmal nicht gezahlt werden, haften alle Mieter solidarisch. 

Bei der zweiten Alternative wird der Mietvertrag nur mit einem Mieter abgeschlossen. Hierbei ist wichtig zu überlegen, welche Person über den längsten Zeitraum in der Wohnung wohnen wird, dieser tritt dann als Hauptmieter auf. Beim Hauptmieter liegt jedoch auch die alleinige Haftung und Verantwortung. Mit den anderen Bewohnern schließt der Hauptmieter Untermietverträge über die jeweiligen Zimmer ab. Diese Verträge legen fest, dass die Bewohner ein alleiniges Nutzungsrecht an einem bestimmen Raum und ein Mitnutzungsrecht an den allgemeinen Flächen wie Küche, Bad, WC etc. haben.

Das Mietrecht bei Wohngemeinschaften


Bei Wohngemeinschaften gilt dasselbe Mietrecht wie bei alleinigen Hauptmietern. Während der Vermieter nur bei dringendem Eigenbedarf kündigen kann, darf der Mieter dies hingegen jederzeit unter gewissen Voraussetzungen tun. Die Kündigungsfrist muss hierbei eingehalten werden. 

Im Gegensatz dazu kommt es bei Wohngemeinschaften häufig vor, dass lediglich ein Bewohner kündigen und ausziehen möchte. Sofern es sich dabei jedoch nicht um den Hauptmieter oder einen der Hauptmieter handelt, wird das Mietverhältnis nicht beendet. Die anderen Mieter müssen sich lediglich um einen Ersatz kümmern oder die Miete untereinander aufteilen.

Das Mietrecht bei Wohngemeinschaften

Was ist eine Bürgschaft?


Vermieter sind daran interessiert, die monatlich fällige Miete pünktlich zum 5. des Monats im Voraus auf ihrem Konto vorzufinden. Das oftmals unregelmäßige oder geringe Budget von Studenten bietet dabei nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, den Vermieter zu überzeugen. Um dennoch einen soliden Eindruck zu vermitteln, kann eine Bürgschaftserklärung vorgelegt werden. Diese Bürgschaft besagt, dass die Bürgen (etwa die Eltern) im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Mieters haften. Gelangen die Mieter in Zahlungsverzug, werden die Bürgen kontaktiert und gebeten, den fehlenden Betrag nachzuzahlen. So hat einerseits der Vermieter die Sicherheit über die Zahlung der ausständigen Miete und die WG-Bewohner andererseits größere Chancen, eine Wohnung zu bekommen.

Nebenkosten und Haushaltskassa


Neben dem Mietvertrag und Mietrecht sollten Sie vor der Gründung oder dem Einzug in eine WG noch ein paar andere wichtige Punkte beachten. Zuallererst die Wohnung selbst: Überlegen Sie schon bei der Besichtigung, ob sich die Wohnung für eine WG eignet oder nicht. Hierbei kann Sie Ihr Makler aufgrund seiner Erfahrung bestens beraten. Durchgangszimmer schränken die Privatsphäre einzelner Bewohner ein und machen eine Wohnung für die Nutzung als WG denkbar unpraktisch. 

Die Nebenkosten: Bei der Gründung einer WG, muss von nun an nicht nur die monatliche Miete gezahlt werden Bei Vertragsabschluss entstehen bereits Kosten wie Kaution, Vergebührung und Provision. Ebenso bei einer Bürge, da eine Bürgschaftserklärung gesondert werden muss. Halten Sie die Aufteilung der anfallenden Nebenkosten gleich zu Beginn schriftlich fest. Bedenken Sie dabei auch, dass der Strom-, Heizenergie- und Warmwasserverbrauch von Person zu Person unterschiedlich ist. Konfliktvorbeugend kann eine Haushaltskasse für gemeinsam genutzte Produkte wie Putz- und Waschmittel, Toilettenpapier etc. wirken, in die monatlich feste Beträge eingezahlt werden.

Zweck-WG vs. Nicht-Zweck-WG


Bevor Sie beschließen, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen, fragen Sie sich selbst, was Sie von der WG erwarten. Wollen Sie lediglich wegen der niedrigen Miete mit anderen Personen zusammenwohnen? Dann ist eine Zweck-WG das Richtige für Sie: Hierbei steht die Kostenersparnis im Vordergrund, Gemeinschaftsleben, gemeinsame Unternehmungen und die Beziehung der Mieter zueinander spielen nur eine untergeordnete Rolle. Das Gegenteil dazu sind Nicht-Zweck-WGs: Hier wird viel Wert auf die persönliche Beziehung zu den Mietern gelegt und gemeinsame Unternehmungen sind die Regel. 

Fragen Sie sich außerdem, mit welchen Menschen Sie von nun an zusammenleben möchten. Legen Sie viel Wert auf Ruhe oder suchen Sie Partys und Abenteuer? Bestehen Sie auf Nichtraucher oder auf einen veganen Haushalt? Ist Ihnen penible Sauberkeit wichtig?

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