Tierhaltung in der Mietwohnung – Was ist erlaubt?

Befindet man sich auf Wohnungssuche, so ist dies je nach Stadt oder Region häufig zeitintensiv, und die geeignete Mietwohnung zu finden, die in Größe, Ausstattung und Verkehrsanbindung gleich alle Wünsche erfüllt, nicht selten schwierig. Wenn dann auch noch Haustiere eine Rolle spielen, kommt eine weitere Verunsicherung dazu: Was ist erlaubt? Und was nicht? Muss der Vermieter in jedem Fall um Erlaubnis gefragt werden?

Zunächst einmal die gute Nachricht vorweg: Ein grundsätzliches Verbot von Haustieren in einem Mietvertrag ist in Österreich nicht erlaubt. Der Oberste Gerichtshof hat in 2010 entschieden, dass hierdurch eine unzumutbare Benachteiligung von Haustierbesitzern entstehen würde. Seitdem ist die Tierhaltung für Mieter also prinzipiell möglich.

Aber Achtung: Die Tücke liegt hier im Einzelfall!

Denn obwohl ein Vermieter kein grundsätzliches und umfassendes Verbot mehr aussprechen darf, hat er sehr wohl auch weiterhin ein Gestaltungsrecht, um das Ausmaß der Tierhaltung sowie die Nutzung der ihm eigenen Wohnung zu bestimmen. Das heißt: Klauseln, die das Haustierverbot relativieren, sind im Mietvertrag weiterhin erlaubt. So darf ein Vermieter zum Beispiel weiterhin Haustiere verbieten, wenn vertraglich vereinbart wird, dass wohnungsübliche Haustiere bei artgerechter Haltung in geeigneten Behältnissen erlaubt sind. 

Also Klartext: Dem Mieter kann die Haltung von Hunden, Katzen und anderen freilaufenden Haustieren untersagt werden, während Kleintiere in Käfighaltung geduldet werden müssen. Entsprechendes gilt auch für Kleintiere in Terrarien und Aquarien.

Aber warum fallen Hund, Katze oder Minischwein schneller in Ungnade beim Wohnungseigentümer? Nun, da mögen eine Reihe durchaus nachvollziehbarer Bedenken herangezogen werden: vom kläffenden Hund über die den Türrahmen zum Kratzbaum verunstaltende Katze bis hin zum auf das Parkett pinkelnde Jungtier oder die Tierhaarallergie des Nachbarkindes. Dem Vermieter ist daran gelegen – und auch dies wurde im Urteil des Obersten Gerichtshofs berücksichtigt – sowohl die Wohnung als auch den Hausfrieden mit den Nachbarn bestmöglich zu erhalten.

Also nie wieder Hunde und Katzen in Mietwohnungen?

Das Verbot von Haustieren sollte immer eine für beide Vertragsseiten nachvollziehbare Einzelfallentscheidung sein. Der Vermieter kann nämlich durchaus auch eine positive Entscheidung zugunsten einer Tierhaltung fällen. Schließlich gibt es auch Sonderfälle wie Assistenzhunde, also zum Beispiel Blindenführhunde oder Diabetikerwarnhunde, für die eine Einigung zwischen Mieter und Vermieter möglich sein sollte, liegen hier doch schwerwiegende Bedürfnisse des Mieters vor.

Hat der Vermieter die Erlaubnis einmal erteilt – obwohl er vertraglich gar nicht dazu verpflichtet war – kann er sie unter Umständen auch wieder zurücknehmen! Hierzu müssen dann allerdings wirklich triftige Gründe vorliegen, wie zum Beispiel die oben schon angeführte Tierhaarallergie des Nachbarkindes, und es muss in jedem Fall eine angemessene Frist gesetzt werden.

Unabhängig davon, ob der Vermieter wie zuvor beschrieben eine einmal erteilte Erlaubnis wieder entzieht oder ob von vornherein der Hund, die Katze oder das Minischwein in der Mietwohnung gar nicht erlaubt waren: Wer unerlaubt Haustiere hält, riskiert die Kündigung. Eine Ausnahme stellen nur Kleintiere darf, die in artgerechten Behältnissen gehalten werden. Sollte ein Vermieter diese mit einer Klausel im Mietvertrag ausschließen wollen, wäre dies automatisch ungültig. Dasselbe gilt allerdings nicht für exotische, giftige oder gefährliche Tiere wie Giftschlangen - diese dürfen verboten werden.

Einigung ist das Schlüsselwort

Einigung ist das Schlüsselwort

Wenn Sie ein Haustier haben, ist es grundsätzlich immer empfehlenswert, das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen. Reden hilft auch hier, denn in der Regel sind ja beide Parteien lösungsorientiert. Vermietersorgen über Beschädigungen an der Wohnung durch freilaufende Tiere können vielleicht über eine höhere Kaution beschwichtigt werden.

Und übrigens: Wenn Sie als Wohnungsmieter Besucher bekommen, die dann für einen begrenzten Zeitraum zum Beispiel ihren Hund mitbringen – keine Sorge, hierzu gibt es keine Einschränkungen und auch kein Kündigungsrecht des Vermieters.

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