Was Sie als Vermieter bei Airbnb beachten sollten

Die günstige und kurzfristige Vermietung von Privatwohnungen auf Airbnb hat sich in den vergangenen Jahren zum richtigen Trend entwickelt. Auch in Österreich ist Airbnb eine von Reisenden gern genutzte Alternative zum klassischen Hotelaufenthalt. Ebenso ist es für viele Wohnungseigentümer eine Möglichkeit, als Gastgeber nebenbei etwas Geld dazuzuverdienen. Was Sie bei einer Vermietung über die Plattform beachten sollten und wie die Rechtslage aussieht, erklären wir Ihnen heute in unserem Artikel.

Die Rechtslage.

In der Vergangenheit stellte die Plattform die Rechtsordnungen sowie die Hotellerie- und Tourismusbranche in vielen Teilen Europas vor ungelöste Fragen und Probleme. Denn: Nicht jeder, der seine Wohnung über Airbnb für touristische Zwecke vermietet, darf das überhaupt. Ebenso ist vielen Gastgebern nicht klar, dass dabei auch Regeln und Pflichten einzuhalten sind.

Diese gesetzlichen Rahmenbedingungen werden laufend verschärft und sind teilweise von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Es ist also wichtig, sich umfassend zu informieren. Zu unterscheiden ist aber grundsätzlich und zuallererst, ob man eine Mietwohnung oder eine Eigentumswohnung über Airbnb zur Verfügung stellen möchte.

Regelungen in der Mietwohnung.

Sind Sie selbst Mieter und wollen Reisenden in Ihrer Wohnung Unterkunft gewähren, sollten Sie im Vorfeld Ihren Mietvertrag genauestens durchlesen und klären, ob die konkrete Wohnung dem Mietsrechtsgesetz voll, teilweise oder gar nicht unterliegt. Nur wenn sie dem Mietvertragsgesetz nicht unterliegt, ist eine Untervermietung erlaubt - das aber nur sofern kein Untermietsverbot vertraglich mit Ihrem Vermieter vereinbart wurde. Ansonsten kann dieser bei Nichteinhalten einen Anspruch auf Unterlassung geltend machen und im Wiederholungsfall den Mietvertrag kündigen.

Regelungen in der Eigentumswohnung.

Anders verhält es sich, wenn Sie Eigentümer einer Wohnung sind. Grundsätzlich sind Sie berechtigt, diese zu vermieten - allerdings ist hier entscheidend, welche Widmung ein Wohnobjekt im Wohnungseigentumsvertrag hat. Ist eine Wohnung nur für Wohnzwecke gewidmet, bedarf es einer zustimmungspflichtigen Umwidmung durch alle Wohnungseigentümer des Objekts, da durch die erhöhte Frequentierung durch hausfremde Personen die Interessen aller beeinträchtigt werden können. Wird die Erlaubnis nicht eingeholt, kann auch hier ein Unterlassungsanspruch folgen.

Machen Sie sich auch mit den Bestimmungen zu Steuerabgaben und Ortstaxen vertraut.

Steuern, Ortstaxe & Co.

Sind die Fragen zur Rechtslage geklärt, sollten Sie sich auch mit den Bestimmungen zu Steuerabgaben und Ortstaxen vertraut machen sowie mit den örtlichen Gesetzen, die von Bundesland zu Bundesland variieren können. Wie in jedem Hotel muss man auch als Airbnb-Vermieter eine Ortstaxe vom Gast verlangen und diese an das Magistrat abgeben. Beispielsweise liegt die Ortstaxe in Wien bei 3,2% des verdienten Betrags. Ebenfalls muss jeder Gast zwecks statistischer Erfassung an die Stadt gemeldet werden.

Natürlich sind bei einem Zuverdienst auch Steuergesetze zu beachten. In Österreich ist ein Einkommen von über €11.000 pro Jahr steuerpflichtig. Gibt es zusätzlich Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (Dienstverhältnis), dürfen gar nur €730 jährlich steuerfrei verdient werden. Wer mehr einnimmt, muss eine Steuererklärung abgeben und für den Gewinn Steuern zahlen. Übersteigt der Erlös die Kleinunternehmergrenze von €30.000 wird zusätzlich eine Umsatzsteuer fällig.

Verantwortungsvolles Gastgeben.

Sollten Sie sich entscheiden oder bereits entschieden haben Gastgeber auf Airbnb zu werden, sind in der aktuellen Situation rund um Corona auch erhöhte Sicherheitsmaßnahmen nötig. Airbnb hat dazu ein eigenes Verhaltensprotokoll erstellt, an das es sich zu halten gilt. Zu beachten sind ebenfalls Corona-bedingte Vorgaben und Gesetze, die für Ihren jeweiligen Standort gelten.

Wie Sie sehen, geht die Vermietung über Airbnb mit einigen Pflichten einher. Wir empfehlen daher eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Gesetzen und Bestimmungen. Zusätzlich legen wir Ihnen nahe, bei Unsicherheiten einen Steuerberater und/oder Rechtsanwalt zu konsultieren.

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