Welche Versicherungen sind unumgänglich bei Miete oder Eigenheim?

Versicherungsangebote sind in unserem Leben allgegenwärtig: ob auf Plakatwänden, in Radio- oder Fernsehsendungen und neuzeitlich natürlich auch in den Sozialen Medien – überall wird uns von freundlichen und prinzipiell gutmeinenden Menschen das Gefühl vermittelt, wir würden den Risiken dieser Welt (noch) nicht mit ausreichendem Versicherungsschutz begegnen. So funktioniert nun einmal Werbung.

Doch welche Versicherungen brauche ich wirklich? Welchen Risiken bin ich wirklich ausgesetzt? Und was kostet das eigentlich? Brechen wir diese Frage im Zusammenhang mit dem Abschluss einer x-beliebigen Versicherung (also unabhängig vom versicherten Risiko) doch einmal auf ihren eigentlichen Kern herunter, denn dann heißt es für uns nur, einen relativ leichten Vergleich vorzunehmen: Was kann ich mir eher leisten – den Schaden oder die Versicherungsprämie?

Mit dieser einfachen Überlegung im Kopf kann ich jedes Versicherungsangebot auf seinen Nutzen für mich überprüfen, ganz individuell und meiner persönlichen Lebenssituation entsprechend. Denn ein potenzieller Schaden lässt sich unter finanziellen Aspekten recht simpel ebenfalls in zwei Kategorien einordnen: ist er existenzbedrohend ... oder eben nicht?

Und damit sind wir bei der Beantwortung der Ausgangsfrage eigentlich auch recht schnell schon angekommen, denn existenzbedrohende Risiken (jedenfalls solche, die versicherbar sind) gibt es zwar viele, aber den allergrößten Teil von ihnen decken wir – hoffentlich wir alle, die wir hier lesen – mit einer privaten Haftpflichtversicherung bereits ab. Mit der Haftpflichtversicherung stellen wir uns finanziell deutlich sicherer auf, denn es kann leider recht schnell geschehen, dass wir ohne böse Absicht einem Mitmenschen Schaden zufügen und zu Wiedergutmachungen verpflichtet werden, die in Summe unsere eigenen Möglichkeiten übersteigen.

In Österreich gibt es die Haftpflichtversicherung in aller Regel im Paket mit der Haushaltsversicherung. Bin ich Mieter, so wird mir der Vermieter den Abschluss einer solchen Versicherung empfehlen - verpflichtend ist sie jedoch nicht. Habe ich bereits eine Haftpflichtversicherung anderweitig abgeschlossen, könnte ich mir die oben beschriebene innere Vergleichsrechnung aufmachen: Kann ich mir den totalen Verlust meines Haushalts finanziell leisten oder zahle ich vielleicht doch lieber die Versicherungsprämie? In den meisten Fällen sollte einer regelmäßigen Prämienzahlung der Vorzug gegeben werden, denn schon durch das grobe Überschlagen allein der Wiederbeschaffungskosten von Mobiliar, Bekleidung, Küchenausstattung und Unterhaltungselektronik kann einem unter Umständen schwindelig werden!

Absicherung gegen Schäden durch Wasserrohrbruch

Was für den Mieter also vielleicht noch eines kleinen Rechenstücks zur Beweisführung bedarf, ist für den Eigentümer einer Immobilie dagegen umgehend klar: Die Absicherung des eigenen Wohnhauses gegen unvorhersehbare Gefahren durch eine Eigenheimversicherung ist absolut notwendig, kaum ein Hausbesitzer wird auf diesen finanziellen Schutz der eigenen Existenz verzichten können!

So weit, so gut. Sowohl die Haushalts- als auch die Eigenheimversicherung ist zwar in den allermeisten Fällen unverzichtbar, es lohnt sich aber auch hier trotzdem noch, einen Blick auf die Details zu werfen. Denn angeboten wird häufig der Schutz vor einer Vielzahl von Risiken, denen ich in meiner individuellen Lebens- und Wohnsituation vielleicht gar nicht ausgesetzt bin oder deren finanzielle Auswirkungen im Schadensfall überschaubar bleiben würden. Vollkommen unstrittig und unumgänglich ist eine Absicherung gegen Schäden durch Naturgewalten, Feuer und Wasserrohrbruch. Im Falle eines Immobilienkredits wird auch mindestens die Feuerversicherung im Übrigen von jeder finanzierenden Bank eingefordert.

Aber muss meine Haushaltsversicherung wirklich auch Elektrogeräte umfassen, wenn ich außer dem Küchenradio nur einen 15 Jahre alten Fernseher besitze? Und wie wirkt sich überhaupt ein höherer Selbstbehalt auf die Höhe der Versicherungsprämie aus? In jedem Fall sollten also vor Vertragsabschluss die versicherten Gefahren und auch die versicherten Sachen individuell hinterfragt werden.

Übrigens: Auch wenn es in beiden Versicherungsarten vorrangig um den Schutz von Sachen geht – vor allem im Rahmen der enthaltenen Haftpflichtversicherungen gibt es auch Schutz für einzelne Personen. Achten Sie beim Vertragsabschluss also auch darauf welche Personen versichert sind – und welche nicht.

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